3x11 Jahre (1984 - 1995)

Geschrieben von Super User. Veröffentlicht in Chronik

1985

Die Faschingssaison 1984/85 wurde wieder traditionell am 11.11. um 11:11 Uhr mit 11 Böllerschüssen eröffnet. Die Prinzenpaar-Inthronisation im Januar musste wegen Schnee und Kälte in die Turnhalle verlegt werden, wo sich der traditionelle Prinzenball anschloß. Zwei großartige Prunksitzungen, wie immer fast ausschließlich von eigenen Kräften gestaltet, sowie die Erstürmung des Rathauses und buntes Faschingstreiben am Faschingsdienstag bildeten die Höhepunkte der närrischen Saison.

 

1986 - 1987

Ähnlich gestalteten sich die beiden folgenden Kampagnen 1986 und 1987.

 

Und dann Stand wieder ein ein tolles Jubiläum ins Haus, das mit einem großen viertägigen Fest gebührend gefeiert wurde: 25 Jahre Carneval-Club Rüdenauer „Klammhörnli“ e. V. Der Samstagabend startete mit Festkommers, bei dem u. a. auch ein Grußwort des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß zu verlesen war. An die Ehrung von Gründungsmitgliedern sowie langjährig Aktiven schloß sich ein „Bunter Abend“ mit Gardeauftritten und karnevalistischen Einlagen an. Der Sonntag begann mit Regen, aber nach Frühschoppen und Mittagstisch im Zelt schloß der Himmel pünktlich zum Beginn des Festzuges seine Schleusen. Im zum Bersten gefüllten Zelt starte dann ein großes Garde-Freundschaftstreffen, bei dem alle anwesenden Garden befreundeter Carnevalvereine ihr Können demonstrierten. Es war ein vollauf gelungenes Jubiläumsfest mit riesigem Angebot an Kurzweil und Unterhaltung, denkt man z.B. an die beiden Tanzveranstaltungen mit den Kapellen „Stealin“ und „Twilight“, oder an die Bayerische Bierzelt-Gaudi mit der Trachtenkapelle „Die Obernburger“.

 

Zur Eröffnung der Jubiläumskampagne 1987/88 gelang es dem Präsidenten Paul Hildenbrand als Zauberlehrling, das köstliche Getränk „Zigeunerblut“ direkt aus dem Berg zu zapfen und damit die Gäste zu laben. Die Prunksitzungen wurden in diesem Jahr von Leo Bischof glänzend geleitet, der zum zweiten Mal kurzfristig für den verhinderten Präsidenten Paul Hildenbrand eingesprungen war. Zu Beginn derr zweiten Halbzeit der Sitzungen stellte sich der seit Jahren amtierende Damen-Elferrat in neuen schicken Jacken vor. Im Rahmen der Straßenfasnacht am Faschingsdienstag wurde wieder einmal ein Faschingszug nach dem Vorbild früherer Jahre möglich, nicht zuletzt dank der Mitwirkung der Ortsvereine ein Faschingszug, der diesen Namen auch verdiente, denn diese Disziplin war in den letzten Jahren bedauerlicherweise doch etwas verkümmert.

 

 

1988

Anknüpfend an frühere Rüdenauer Tradition startete im Juli 1988 das Waldfest des CCR am Rosenberg. Die aufwendigen Vorbereitungen – schließlich lag der gewählte Festplatz mitten im Wald und musste u. a. mit Strom und Wasser versorgt werden – wurden mit einem regen Festbesuch der Ortsbewohner am sommerlichen Samstagabend belohnt. Selbst ein verregneter und grauer Sonntag tat der Stimmung nur kurzfristig einen Abbruch; mit entsprechender wetterfester Kleidung und zu Kleinzelten umfunktionierten Regenschirmen ausgerüstet zeigten zahlreiche Besucher Ausdauer beim Festbesuch.

 

 

1989

Es hatte sich bereits in den Vorjahren abgezeichnet – in der Faschingskampagne 1989 mußte man bei der Suche nach einem Prinzenpaar erfolglos und resigniert die Segel streichen. Eine bedauerliche Entwicklung, jedoch bewiesen die Klammhörnli, dass sie auch ohne Prinzenpaar zünftig Fasching zu feiern verstehen. Der geplante Prinzenball wurde kurzerhand in einen Faschingsball umbenannt. Bei den Prunksitzungen konnte man sich immerhin noch im Glanz von auswärtigen Prinzenpaaren sonnen, die als Gäste anwesend waren. Während die „Rüdos“, eine neue Gruppe am Narrenhimmel, ihr glänzendes Debüt mit der Präsentation der „Starparade“ gaben, hatte die Prinzengarde unter der Leitung von Luise Meixner ihre Abschiedsvorstellung, in der sie noch einmal alle Register ihres Könnens zog.

 

 

1990

Die folgende Kampagne 1989/90 wurde am 11.11. mit einem Faschingsball eröffnet. Man musste sich damit abfinden, die Bezeichnung „Prinzenball“ wohl für die Zukunft streichen zu müssen, denn trotz neuerlicher Bemühungen war auch in den folgenden Jahren niemand für das Amt des Prinzenpaares zu begeistern.

 

Einen Höhepunkt besonderer Art für ca. 70 Vereinsmitglieder bildete der Besuch bei den Carnevalfreunden in Neuheim / Schweiz zu deren Dorf-Fasnacht. Ein sehenswerter und ungewöhnlicher Nachtumzug, Guggenmusiken in phantastischen Kostümen, der große Jubiläumsumzug, bei dem unsere „Helau“-Rufe etwas fremd anmuteten, herzliche Gastfreundschaft und herzzerreißende Abschiedsszenen ließen diesen Ausflug zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.

Bei den Prunksitzungen tanzte sich die neuformierte Mini-Garde unter der Leitung von Christine Lebküchner und Cornelia Distl auf Anhieb in die Herzen der Zuschauer. Immer bestrebt, den Einwohnern neue und attraktive Veranstaltungen zu bieten, hatte sich die Vorstandschaft 1990 entschieden, erstmals ein zünftiges Oktoberfest auszurichten, das wie auch in den folgenden beiden Jahren großen Anklang fand. Besonders das reichaltige Angebot an bayrischen Schmankerln zum sonntäglichen Mittagstisch sei hier erwähnt.

 

 

1991

Die folgende Kampagne1991 stand unter einem unglücklichem Stern: aufgrund des Krieges am Persischen Golf wurden nahezu alle Veranstaltungen, darunter auch der geplante zweite Kreis-Faschingszug in Rüdenau auf gemeinsamen Beschluß der Carnevalvereine des Landkreises Miltenberg abgesagt. Einzig die beiden Prunksitzungen, die wieder einmal von höchstem Niveau waren, konnten noch stattfinden.

 

1991 war das Jahr des Machtwechsels im Präsidentenamt: der langjährige und erfolgreiche Amtsinhaber Paul Hildenbrand übergab das Zepter an seinen designierten Nachfolger Joachim Höflein, der bei den Prunksitzungen 1992 sein Debüt gab und sich als souveräner Moderator durch das bunte und hochklassige Sitzungsprogramm erwies.

 

 

1992

Mit einem Jahr Verspätung kam dann das zweite Großereignis in der Vereinsgeschichte: Zum zweiten Mal lief der Kreisumzug mit insgesamt 84 Zugnummern (eine nochmalige Steigerung gegenüber 1984) durch die Ortsstraßen, bei strahlend blauem Himmel und frühlingshaften Temperaturen. Eine der Attraktionen war ohne Zweifel die Guggenmusik „Las Moränos“ aus der Schweiz als am weitesten angereiste Zugteilnehmer, die auch vor und nach dem Umzug mit ihren Rhythmen zu begeistern wussten. Am Prinz-Rüde-Platz war u. a. die wahrscheinlich längste Krebbeltheke der Welt aufgebaut, wo tausende von Krebbeln reißenden Absatz fanden. Erneut eine großartige Leistung der Organisatoren, allen voran der 1. Vorsitzende des CCR Ernst Bischof, der seit 1986 die Vereinsgeschicke lenkte, aber auch unterstützt durch alle Ortsvereine. Ein Ereignis, das eigentlich nicht mehr zu steigern ist. Selbst von Vorstandsmitgliedern anderer Carnevalclubs aus dem Landkreis wurde der Kreisumzug 1992 in Rüdenau als der beste Umzug seit Jahren bezeichnet!

 

Das nun einmal eher unbeständige und kalte Februarwetter hatte eine neue Idee ins Leben gerufen: Faschingstreiben im beheizten Zelt in Form eines prächtigen Zigeunerlagers am Prinz-Rüde-Platz. Reger Besuch und die Ausdauer der Gäste waren Beweis für die Richtigkeit dieser Maßnahme, auch wenn die Vorbereitungen sich wesentlich aufwendiger gestalteten. Wiederholung vorprogrammiert! Nach 3maligem Oktoberfest, bei dem traditionell Bier als Getränk im Vordergrund stand, richtete der CCR in diesem Jahr erstmalig ein Weinfest aus – schließlich gab es ja auch in Rüdenau in der Vergangenheit eine Tradition des Weinbaus, wie Bürgermeister Heilmann in seiner Begrüßungsrede betonte. Sogar einen Weinkönig hatte man aufzubieten.

 

 

1994

In der Saison 1993/94 stellte sich zu den Prunksitzungen wieder eine neue Garde vor: die Mini-Garde, die von den beiden letztjährig ausgeschiedenen Gardemädchen Carmen Bechmann und Karin Herkert trainiert werden und mit ihrem ersten Auftritt die Zuschauer ausnahmslos begeisterten. Die bisherige Nachwuchsgarde, jetzt unter der Leitung von Elke Link und Christiana Herkert wurde zur neuen Prinzengarde ernannt. In diesem Jahr entschlossen sich CCR und TVR zu einer Ko-Produktion. Das Rezept: Man nehme Rathaussturm, eine wenn auch in den letzten Jahren etwas vernachlässigte Tradition des CCR, füge hinzu Weiberfasnacht, die beim TVR Tradition aufweisen konnte und verbinde beides am „Schmutzigen Donnerstag“ zu einer gelungenen Veranstaltung.

 

 

1995

Der Einstieg in die folgende Jubiläumskampagne 1994/95 begann am 11.11. mit einer großartigen Faschingseröffnung unter dem Motto: „Wir feiern, dass es grad so kracht, 3 x 11 Jahre Fasenacht!“ und setzte sich fort mit Dia-Rückblick über die vergangene Kampagne, Prunksitzungen, Klammhörnles-Ball, Rathaussturm und Weiberabend, buntem Faschingstreiben im Zigeuner-Lager am Prinz-Rüde-Platz, Abschied von der Fasnacht am Aschermittwoch bei Heringssalat und Pellkartoffeln – ein buntes Veranstaltungsprogramm, das eine Bereicherung im dörflichen Leben darstellt und uns hoffentlich noch viele Jahre erhalten bleiben wird.